Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Zwischen Mendelssohnplatz und Karlstor beherrscht Ingenieurbau die Kriegsstraße

In der Tiefe: Beim Staatstheater wird der Baugrubenverbau verankert, während daneben der Rohbau bereits fertig ist.
Von oben nach unten: Vor der Heinrich-Hübsch-Schule glättet Spritzbeton den Baugrubenverbau – dahinter läuft der Erdaushub.
Von Ost nach West: Unter dem Mendelssohnplatz „steht“ der Tunnel – in Richtung Westen wird weitergebaut.
Von West nach Ost: Straßenbau in der Ludwig-Erhard-Allee zwischen Mendelssohnplatz und Henriette-Obermüller-Straße.

Beim Umbau der Kriegsstraße mit künftig einer neuen Gleistrasse „oben“ und einem Autotunnel darunter sind vom Baufeld O 3 direkt westlich vom Mendelssohnplatz bis zum Baufeld W 1 am Karlstor die Tunnelbauer am Werk – außer in jenen Abschnitten wie etwa direkt an der Kreuzung Ettlinger Tor oder zwischen Lammstraße und Ritterstraße, in denen der Rohbau bereits hergestellt ist.

 

Im Baufeld O 3 zwischen Mendelssohnplatz und Kreuzstraße ist außer dem jetzt beginnenden Ingenieurbau noch in Teilbereichen Erdaushub bis zur Endtiefe zu beobachten. Zudem wird Spritzbeton auf die Wände des Baugrubenverbaus aufgebracht, um sie zu glätten. Denn die dienen beim Herstellen der Tunnelwände als rückwärtige Schalung. Zu sehen ist auch das Herstellen des Planums: Nach dem abgeschlossenen Aushub wird der Kies-Sand-Boden geglättet und mit einer Betonschicht versehen, auf die in der Folge die Bewehrung für die Tunnelsohle gelegt wird.

 

Das Baufeld O 3 erhält zudem auch einen Hochbaukran: Am Sonntag, 23. Februar, wird unter Vollsperrung der Kriegsstraße der Kran in der Baugrube im Ostteil des Baufeldes zwischen Adlerstraße und Rüppurrer Straße aufgestellt. Der Auto- und der Radverkehr auf der Kriegsstraße in Fahrtrichtung Osten werden dann ab Ettlinger Straße - Anlieger erst ab Adlerstraße - über die Baumeisterstraße zur Rüppurrer Straße und zum Mendelssohnplatz geleitet.

 

Im Baufeld O 4 zwischen Kreuzstraße und Ettlinger Tor sind alle vorbereitenden Arbeiten bereits abgeschlossen. Hier hat nach dem Start des Ingenieurbaus Mitte November im östlichen Teil des Baufelds vor wenigen Tagen nun auch im Westen der eigentliche Tunnelbau begonnen. Lediglich an der Nahtstelle zum Baufeld O 5, das direkt an das Kombi-Bauwerk mit unterirdischer Haltestelle und dem bereits 2013 hergestellten kleinen Stückchen Autotunnel angrenzt, laufen noch Erdaushub, Spritzbetonarbeiten und das Herstellen des Planums auf der Sohle der Baugrube.

 

Im – kleinen – Baufeld O 5, direkt östlich des Ettlinger Tors, wird die Weichgelsohle hergestellt. Ist die Dichtigkeitsprüfung Mitte März erfolgt, beginnt hier der Erdaushub bis zur zweiten Ankerlage.

 

Westlich des Ettlinger Tors marschiert der Tunnelbau inzwischen stramm auf das Kombi-Bauwerk zu: Vom Baufeld W 3 aus Richtung Lammstraße kommend hat sich der Bau der Tunnelsohle, der Tunnelwände und der Tunnelzwischenwand sowie des Deckels inzwischen in das an das Ettlinger Tor angrenzende Baufeld W 4 ausgedehnt. Bald ist der Blick in das Kombi-Bauwerk von Westen dann nicht mehr möglich, weil der westliche Bauabschnitt dann angeschlossen ist.

 

Das Baufeld W 1 am Karlstor wurde als letztes „aufgemacht“: Auch hier gibt es innerhalb des Baufelds eine Zweiteilung. Von der Ritterstraße nach Westen läuft ebenfalls bereits der Tunnelbau, der an den schon im Rohbau hergestellten Tunnelabschnitt im Baufeld W 2 zwischen Lammstraße und Ritterstraße direkt anschließt. Weiter in Richtung Karlstor wird das Erdreich noch bis zur zweiten Ankerlage hinunter ausgehoben und die Anker gebohrt und gespannt. Am Karlstor selbst sind die Arbeiter „unten“ und „oben“ zugange: Während unter der noch bestehenden Straßenunterführung der Kriegsstraße unter der Karlstraße hindurch die Weichgelsohle eingebracht wird, laufen an der Oberfläche die Vorbereitungen zum Herstellen der Baugrube: Leitungen werden zurückgebaut und verlegt, die Verkehrsführung dem Platzbedarf der Baumaschinen angepasst und die Erkundungen im Baugrund nach möglicherweise aus den Weltkriegen verbliebenen Kampfmitteln durchgeführt..

 

In den beiden im Rohbau hergestellten Tunnelabschnitten in den Baufeldern O 1 und O 2 ganz im Osten der Kriegsstraße beziehungsweise der Ludwig-Erhard-Allee werden Gehwege und Schlitzrinnen angelegt.

 

Auf der Südseite der Ludwig-Erhard-Allee entstehen an der Oberfläche zudem die endgültige Fahrbahn für den stadtauswärts fahrenden Auto- und Radverkehr sowie der Gehweg.

 

Der Innenausbau des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels unter der Kaiserstraße zwischen Gottesauer Platz und Mühlburger Tor mit dem Südabzweig vom Marktplatz in die Ettlinger Straße erlebt nach wie vor an jedem Werktag einen Strom von Handwerkern, die morgens über die Haltestellenzugänge zur Arbeit „unter Tage“ gehen und abends die sieben neuen unterirdischen Haltestellen und die Tunnelabschnitte wieder verlassen. Elektrische Installationen von Endverbrauchern und das Ziehen von Kabeln gehören ebenso dazu wie die Gestaltung der oberen Bereiche der Haltestellenwände und der Decke, die mit großformatigen Platten verkleidet werden, nachdem die Betonwerksteine auf den Bahnsteigoberflächen und an den Wänden bis zu einer Höhe von vier Metern weitestgehend montiert sind.

 

Ein erstes, bald sichtbares Ergebnis der sich komplettierenden Haltestellengestaltung ist das Durlacher Tor: Hier wird aktuell das Raumgerüst abgebaut, das gleichzeitiges Arbeiten an Wänden und Decke sowie Materialtransporte auf der Schiene erlaubte.