Oben gut drauf.DIE KOMBILÖSUNG BEWEGT MICH

Sehbehinderte erstmals in einer unterirdischen Haltestelle

Den Handlauf lesen: Die Handläufe werden mit Braillle-Schrift ausgerüstet, so dass Blinden und Sehbehinderten die Orientierung leichtfällt.
Hell-Dunkel: Kontrastreich muss die Bodengestaltung mit den Leitstreifen sein.
Aufwärts: Die Stelen vor den Aufzügen sind ebenfalls mit Braille beschriftet.

Erstmals seit dem Beginn des Innenausbaus des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels hatten heute Sehbehinderte und Blinde die Gelegenheit, mit der Haltestelle Lammstraße – sie trägt künftig die Bezeichnung „Marktplatz (Kaiserstraße)“ - eine der neuen unterirdischen Haltestellen kennenzulernen. Die Anregung zu diesem Besuch war ursprünglich aus einer Aufsichtsratssitzung der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) gekommen, in der Bilder von den neuen Haltestellen gezeigt und auch das Lichtkonzept erläutert wurde. Dabei tauchten dann auch Fragen nach den hell-dunkel-Kontrasten in der Haltestelle auf, die ein absolutes Muss zur Orientierung für Sehbehinderte darstellen.

 

Teilnehmer der heutigen Begehung waren sehbehinderte oder blinde Mitglieder des Beirats für Menschen mit Behinderungen der Stadt Karlsruhe, Vertreter vom badischen Blinden- und Sehbehindertenverein und vom Studienzentrum für Sehbehinderte und Blinde (SZS) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Begleitet wurde die Gruppe von Mitarbeitern der für den Bau des Stadtbahntunnels verantwortlichen Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (KASIG) und des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV).

 

In die Haltestelle hinein und auch wieder hinaus ging es über die nördlichen Lammstraße: Bereits auf der Fahrgastebene wurde der Kontrast zwischen dem an dieser Stelle bereits hergestellten Terrazzo-Boden einerseits und den in ihn eingelassenen Blindenleitstreifen begutachtet. Neben den Kontrasten ganz unten auf dem Bahnsteig der unterirdischen Haltestelle, die sich aus der sehr hellen Bodengestaltung der Bahnsteige mit darin eingelassenen schwarzen Leitstreifen ergeben, kam auch die Wegeleitung in Braille zur Sprache. Anhand eines mitgebrachten Musters und an den bereits vor den Aufzügen montierten Stelen konnte die künftige Wegeleitung per Braille – übrigens zur Zufriedenheit der Teilnehmer - vorgestellt werden.

 

Eine weitere Begehung ist bereits für das Spätjahr vereinbart worden, der intensive Austausch zwischen allen Beteiligten wird fortgesetzt.